Mir hat in einem Artikel über den Literaturnobelpreisträger der Begriff „Bewusstseinsstrom“ gefallen. Bisher habe ich von „Streamtext“ gesprochen, wenn ich meinen Gedanken freien Lauf lasse und sie zu Papier bringe. Beide Begriffe sind aber nicht wirklich passend. Ein Bewusstseinsstrom klingt ungeleitet und andererseits nach etwas, was schon da ist und nur aus diesem Bewusstsein ausgelesen, förmlich abgeschrieben werden muss. Die Gedanken entwickeln sich bei mir erst mit dem Schreiben von Wörtern.
Das Bewusstsein sehe ich als einen „Wahnwirbel“ von Inhalten, ohne Richtung und Aussage. Richtung und Aussage entstehen erst durch Denken, durch Sprechen oder Schreiben. Das Schreiben verändert das Bewusstsein, hat eine Rückkopplung. Der weniger elegante Begriff „Streamtext“ ist natürlich etwas allgemein gehalten. Ein Datenstrom aus Wörtern. Vielleicht wäre Wortstrom angemessener. Letztlich soll der Begriff Gedanken beschreiben, die beim Schreiben erst entstehen und dann beim Schreiben im „Flow“ weiterverfolgt werden.
Der Gedankenstrom fängt wohlmöglich mit „Was soll ich schreiben“ an. Dann entstehen plötzlich Gedanken, die ich so schnell wie möglich zu Papier bringe und dann versuche weiterzuverfolgen. Bis eine Sackgasse erreicht ist oder der Gedanke vergessen wird und von einem anderen interessanten Gedanken abgelöst wird. Eine Gedankenvertextung. Vielleicht ist doch Gedankenstrom angemessener. Gedanken sind nicht so verfestigt, wie man es aus dem Begriff Bewusstseinsstrom erwartet. Das Bewusstsein ist mir bewusst, ist da. Es muss nur ausgelesen werden. Gedanken sind vom Begriff her flüchtiger, kein stabiles Bewusstsein.
Wenn ich auf dieser Seite schreibe, dann handelt es sich eher um einen Gedankenstrom, der ganz grob auf die Themen Umwelt, Gleichbehandlung und Beteiligung abzielt. Aber weil es eben eine Strom von Gedanken ist, möchte ich die anderen Teile, wenn sie zum Verständnis beitragen nicht vorenthalten. Eine Nacharbeitung findet nur in sehr geringem Maße statt. Hauptsächlich um die Verständlichkeit des Gedankenstroms zu verbessern und das zu streichen, was in meinem Weltbild nicht gesagt werden muss und in einer höflichen alle gleichbehandelnden Form ausgedrückt werden sollte.