Schlechtes Gewissen

In einem Film sagt der Ehemann, seine Frau mache ihm immer ein schlechtes Gewissen, wenn er sich nicht ständig umweltbewusst verhalte. Da konnte ich mich schon etwas wiedererkennen, wenn ich zu Hause die Umweltkosten für das Fliegen, Auto fahren, Shopping etc. aufzeige. Ich frage mich, ob das am Ende nicht kontraproduktiv ist.

Auf der anderen Seite geht es ja in erster Linie darum, dass verstanden wird, welche Umweltkosten jeder verursacht. Was man daraus macht, ist eine andere Frage. Viele Umweltkosten sind einfach versteckt. Da wird gleich wegen ein paar EUR zum Billiganbieter gewechselt.

Der Zusammenhang zwischen meinen Prinzipien, zum Beispiel Erhalt der Natur (siehe auch Menschenrechte) und den Einkaufsentscheidungen bzw. Verhaltensentscheidungen wird gerne übersehen, wenn es sich nicht in EUR umrechnen lässt und die EUR direkt in oder aus meiner Tasche fliessen. Entscheidungen werden auf den Preis reduziert „Geiz ist geil“. Dabei geht es oft nicht um den Preis, sondern darum, ob etwas überhaupt gemacht wird. Es geht um WERTE.

Lebe ich meine Werte, dann gehe ich erstmal von mehr und nicht von weniger Zufriedenheit aus. Aber oft führte jede „Beschränkung“ bei den Beteiligten zu negativen Gefühlen. Wenn meinem Gegenüber keine reinhauen kann, ist das auch eine Beschränkung, aber das ist doch eine sehr positive Beschränkung.

Spaß ist geil. Geiz ist geil. Werte sind blöd. Ich freue mich, wenn ich die Umwelt schützen kann. Für mich ist das keine Beschränkung sondern eine Befreiung, wenn ich meine Freude nicht durch die Anzahl der Flugmeilen definieren muss. Dann habe ich ein gutes Gewissen.